Hopfner/Hirtenberg HV 15 = WN-15 (sometimes  WNF 15)
Oesterr. zweimotor. Schnell Verkehrsflugzeug "Hirtenberg HV 15".
Mit dem neuen zweimotorigen Baumuster hat die Flugzeugbauabteilung der Hirtenberger Patronenfabrik A.-Q. unter der Leitung ihres Chef-Konstrukteurs Th. Hopfner ein
Flugzeugmuster geschaffen, das schon mit den sparsamen 160pferdigen Siemensmotoren SH 14 A durch sorgfältige aerodynamische Durchbildung sehr gute Geschwin-
digkeits- und Steigleistungen bei nicht zu großer Landegeschwindigkeit aufweist und sich daher in erster Linie für Verkehrs- und Reise-zv/ecke in den Geburtsländern eignet. Die Siemensmotoren haben die Vorteile niedriger Anschaffungs- und Ersatzteil kosten, geringen Kraft-und Schmierstoffverbrauches
für sich, dagegen läßt sich durch den Einbau stärkerer Motoren, als welche die 205-PS-Gipsy-Six-II-Moto-ren mit Verstell-Luftschrauben oder die 340-PS-Motoren Walter
Ca-stor II oder Cheetah IX in Aussicht genommen sind, die Geschwindig-keits- und Steigleistung noch erhöhen. Das Baumuster ist ein freitragender Tiefdecker in
Gemischtbauweise mit einziehbarem Fahrv/erk. Bei Ausrüstung mit Gipsy-Six-II-Motoren ist v/indschnittige Verkleidung des Fahrwerks in Hosen" vorgesehen. Zur
Verbesserung der Start- und Landeleistungen dienen Spaltklappen, die annähernd die halbe Tragfläche beinflussen. Kabine mit 2 Führer- und 4 Fluggastsitzen, bei
Verwendung stärkerer Motoren werden zv/ei v/eitere Sitze eingebaut.
Flügel trapezförmig, an den Enden abgerundet, starke Pfeilform. Aus Transportgründen dreiteilig, freitragend. Das Flügel mittel stück trägt die Motoren. Außenflügel mit je
4 Bolzen am Mittelstück angeschlossen, leichte V-Form. Holme lamellierte Kiefernholzgurte mit Birkensperrholzstegen. Rippen als Steg- und Kastenrippen aus Fichte und
Birkensperrholz. Haut Sperrholz, in den Endfeldern Stoff. Spaltquerruder massenausgeglichen mit aerodynamischem Innenausgleich. Zv/ischen Querruder und Rumpf
Spaltklappen, Ausschlag beim Start 10 bis 20° (je nach der Drehzahländerung der Luftschraube), bei der Landung etv/a 40°.
Rumpf geschweißtes Stahlrohr-Fachwerk ohne Drahtauskreuzung. Rumpfbug, Kabinendach, Heck und der Steuerungs- und Leitungsraum unter den Führersitzen mit
Leichtmetall verkleidet, sonst Stoffbespannung. Ueber den Führersitzen abwerfbarer Deckel. Stahl rohrrahmensitze mit weichen, lederbespannten Sitz- und Rückenkissen.
Führersitze verstellbar. Kabineninnenraum mit Stoff bespannt. Bei Ausführung als Verkehrsflugzeug abgetrennter Toilettenraum. Als Frachtflugzeug können die Fluggastsitze ausgebaut werden, worauf ein Laderaum von rd. 2,5 m2 Grundfläche und 1,4 m größter Höhe zur Verfügung steht.
Leitwerk in Holzbau, Höhenflosse zv/eiholmig, ist am Boden einstellbar, freitragend. Höhenruder Metallbau, genügend groß, um ein leichtes Abfangen bei gezogenen
Landeklappen zu ermöglichen. Seitlicher Innenausgleich und durch Fernzüge betätigte Trimmklappen. Kielflosse aus Stahlrohr ist mit dem Rumpf organisch verbunden.
Seitenruder Metallbau, Innenausgleich und Trimmklappen mit Flettner-v/irkung, die gleichfalls durch Fernzüge betätigt werden. Die Spaltlandeklappen mit
Innenausgleich können bei jeder Geschwindigkeit handhydraulisch betätigt werden, da eine mit dem Druckzylinder verbundene Sicherheitseinrichtung bev/irkt, daß erst
beim Unterschreiten bestimmter einstellbarer Geschwindigkeiten die Klappe allmählich bis zum HöchstanstelIwinkel von rd. 40° herausrückt. Dadurch wird der Führer bei der Landung
entlastet, da er die Klappen schon vorher betätigen kann.
Höhen- und Quersteuerung werden über eine gegabelte Steuersäule mit eingebauten Handrädern betätigt. Seitensteuerung durch Steuerscheite. Steuerzüge über
Kugellagerseilrollen geführt. Alle Hebellager und Hauptlager Kugellager. Hebel für die Höhen- und Seitentrimmung unter dem linken Führersitz. Rechts vom linken Sitz
Handpumpe für die Landeklappen- und Fahrwerksbetätigung. Schaltschieber für die Druck öl Schaltung am Instrumentenbrett.
Fahrv/erk in zv/ei getrennte Gruppen geteilt. Bei Verwendung von Reihenmotoren windschnittig verkleidet, bei Sternmotoren werden die Fahrv/erkshälften
handhydraulisch in die Motorgondeln nach vorwärts eingezogen. Im ausgefahrenen Zustand fällt ein Sicherungshaken ein, der gleichzeitig ein grünes Licht im
Fahrwerkanzeigegerät einschaltet. Wird der Sicherungshaken durch den DUZ-Zug der Schaltanlage angehoben, so erscheint, ehe noch das Einziehen begonnen hat, rotes
Licht im Anzeigegerät. Dunlop-Niederdrück reifen 750X10, Bendixbremsen, ölpneumatische Federstreben mit. Rückstoßdämpfung. In eingezogenem Zustand stehen die
Räder noch um rd. 20 cm aus den Motorverkleidungen heraus. Heckabfederung mit Sporn mit Schleifteller und Percauflage durch Druckgummi weichgefedert, kann durch
schwenkbares, mit Druckgummi zusätzlich abgefedertes Niederdruckrad 3,00X4 ersetzt werden.
Triebwerk: Zum Einbau kommen normalenweise zwei hoch verdichtete Siemens-SH-14-A-Motoren mit 2,2-m-Heine-Schrauben von je 160 PS Höchstleistung und 130 PS
Dauerleistung. Es können jedoch auch 185/205-PS-Motoren Qi'psy Six Serie II mit Verstell-Luftschrau-ben oder 275/340-PS-Motoren Walter Castor II eingebaut werden.
Motorenverkleidung NACA-Leichtmetallhauben, Staubleche. Verkleidungsbleche durch selbstsichernde Patentschrauben angeschlossen, leicht abnehmbar. Gashebel
zv/ischen den Führersitzen. Uebertragung durch DUZ-Züge. Bei den Sie- wird die selbsttätig Bosch-Vorder beim mens-Motoren Vorzündung durch einen zündschalter.
Vollgasgeben mitgeschleppt v/ird, bewirkt. Motoren sind mit Einspritzvorrichtung und Außenbord-Preßluftanschlüssen versehen. Auf Wunsch v/ird eine Bord-Preßluft- und
Ein-spritzanlage (System Viet) eingebaut. Zum Anlassen ist außerdem ein Abschnappmagnet und ein Handmagnet-Anlasser vorgesehen. Die aus Aluminium
geschweißten Kraftstoffbehälter von je 160 sind im Flu gel mittel stück elastisch aufgehängt. Bei Einbau stärkerer Motoren werden größere Behälter vorgesehen. Kraftstofförderung durch motorgetriebene, doppeltwirkende DBU-Pumpen,
Leitungen Aviotubschläuche und Kupferrohre. Reichlich bemessene Kraftstoffreiniger vor jedem Vergaseranschluß. Schmierstoffbehälter 12 1 (Aluminiumblech), hinter
den Brandspanten am Motorvorbau befestigt. Oelkühler vorgesehen. Auspuffsammler Bauart Siemens, Auspuffstutzen an den Außenseiten der beiden Motorgondeln.
Luftvorwärmung und Kabinenheizung kann angeschlossen werden.
Type
2 + 4 seat transport
Engine
2 Siemens-Halske Sh 14A with 2,2-m-Heine- prop.
Dimensions
Length 10,65 m , height 2,9 m ,  span 15,0 m , wing area 33 m2  ,
Weights
Empty 1550 kg, loaded 2200 kg
Performance
Max.. speed 235 km/h , cruising speed 198 km/h , range 900 km, service ceiling  5200 m, landing speed with flaps 85 km/h, landing run with brakes  100
m, start run 140 m, climb 3,5 m/sec., climb to 1000 m 5 min., with one engine max. speed 150 km/h,
Type
Werk.Nr
Registration
History
   
OE-POH, D-OPQH, 2101
Used by the Bundespolizei Dion Wien. The aircraft  was given in 1942/1943 to  the Croatian Air Force and was
been used for some time for transport purposes, with a new tactical number 2101