Raab-Katzenstein RK 26 "Tigerschwalbe"
Type RK 26 Two seat advanced trainer RK 26a
Engine 1 Armstrong-Siddeley Lynx 1 Walter Castor
Dimensions Length 6,20 m, height 2,66 m, span 8,40 m, wing area 20,22 m2 Length 6,55 m, height m, span 8,40 m, wing area 20,20 m2
Weights Empty 570 kg, flying weight 855 kg, fuel 115 kg, oil 15 kg,  
Performance Max. speed 200 km/h, cruising speed 185 km/h, climb 333 8,30 m/sec., ., service ceiling 7500 m, range 600 km, landing speed 90 km/h  
Type Werk.Nr Registration History
RK 26     Crashed at Kassel/Waldau
RK 26a 103 D-1616, D-EVUK June 1929. G. Fieseler, Kassel (Fieseler Fi 1) won the 1929 German Aerobatic Championship. Liesel Bach, Butzweile r Hof flew the plane in 1937
RK 26 104 SE-ACO, SE-ADK 16th March 1932. AB Svenska Järnvägsverkstäderna. Fr. Chr. Lambert-Mueller. Rolf Ahlsell, Norrköping. Norrköpings Automobil-och Flygklubb. Lennart Hemminger, Stockholm. Crashed 1943
RK 26a 105 D-1655 June 1929. Hans Gullmann. Aero Express, Leipzig. DLV
Kunstflugzeug RK 26 Tigerschwalbe
Viele seiner großen Erfolge hat Gerhard Fieseier auf der Schwalbe und ihren Weiterentwicklungen errungen.
Die 1928 fertiggestellte RK 26 war eine wesentlich verbesserte Ausführung der Schwalbe mit erheblich stärkerem Triebwerk, ein hauptsächlich für den Hochleistungskunstflug gezüchtetes Flugzeug. Die Spannweite wurde im Vergleich zur Schwalbe vergrößert, desgleichen der Flügelinhalt, und zwar um nahezu 3 m2.
Das ist beachtlich! Durch die notwendige Verstärkung der Zelle und durch den wesentlich stärkeren und damit schwereren Motor stieg das Rüstgewicht um 80 kg und das Fluggewicht um 115 kg. Die Flächenbelastung lag aber wegen der großen Tragflächen noch unter derjenigen der Kl. 1a. Die Leistungen konnten enorm gesteigert werden, insbesondere die Steigleistungen wurden ver-vierfacht. Mit dieser Steigleistung war es möglich, beim Kunstflug noch Höhe zu gewinnen.
Gebaut wurde ein Prototyp. Eine weitere RK 26 wurde für Gerhard Fieseler gebaut, eine weitere für Gullmann in Leipzig und 25 Flugzeuge wurden in Lizenz in Schweden durch die Svenska Järnvägsverkstäderna unter der Bezeichnung SK 10 gebaut. Ferner wurden mehrere unter Lizenzvertrag in Österreich, durch die Pintsch AG, als „Pintsch Tigerschwalbe" gebaut, dann 30 in Rumänien als „ICAR Acrobatic", 20 in der spanischen Staatsfabrik Sabadell als RK 26/IV mit 550 PS-Gnöme-Rhöne-Motor.
Beim Vormarsch der Sowjets in Spanien im Jahre 1936 erbeuteten diese einen Teil dieser Maschinen - Auch halbfertige mit allen Bauplänen. Sie wurden sogleich von Barcelona in die Sowjetunion verladen. So interessant fanden die Sowjets den Typ.
Das Werk schrieb am 15. 1. 1929 im „Sportflieger" über die Entwicklung und den Aufbau der RK 26 folgendes:
Die vorjährigen Kunstflug-Wettbewerbe ließen deutlich erkennen, daß unseren hervorragenden deutschen Kunstfliegern eine starkpferdige Maschine fehlt, mit der sie unter gleich günstigen Bedingungen den Wettbewerb mit den ausländischen Piloten aufnehmen konnten. Man denke hier nur an den Zweikampf Doret - Fieseler. Der Franzose zeigte Figuren voller robuster Kraft und unerhörter Schnelligkeit mit seinem fliegenden Motor, dem 300 PS starken Eindekker, und er erhielt dadurch einen beträchtlichen Vorsprung, den der deutsche Meister mit seiner kleinen, nur 120 PS starken Maschine selbst durch sein feinfühliges, exaktes Fliegen der schwierigsten Figuren, die ihm noch kein Mensch nachgemacht hat, kaum aufholen konnte. Es besteht wohl kein Zweifel, daß Fieseler seinem Gegner im Kunstflug überlegen war, während Doret dank seiner starken Maschine den Sieg davontrug. Wohl ist unsere .Schwalbe heute das von den bekanntesten Piloten infolge seiner Wendigkeit, Festigkeit und Stabilität am liebsten geflogene Kunstflugzeug und wird es auch bleiben. Wir mußten jedoch eine Maschine schaffen, die unseren besten deutschen Kunstfliegern gestattet, auch in bezug auf die Motorstärke - ohne Nachteil durch zu unterschiedliches Maschinenmaterial  den Wettbewerb mit den ausländischen Fliegern aufzunehmen.
Mit unserer Neukonstruktion RK 26 schufen wir dieses Flugzeug, das große Kraftreserve mit Schnelligkeit und verblüffender Steigfähigkeit vereint. Die bei unserer Schwalbe bekannte hohe Baufestigkeit, welche auch die schwierigsten Figuren und . schärfsten Kraftproben ohne Gefahr erlaubt, ist auch dieser Maschine zu eigen. (Bruchfestigkeit Im A Falle 14fach ) Das Flugzeug ist als frei-tragender Doppeldecker gebaut, die beiden Flächen sind zweitholmig und durchgehend Die obere Tragfläohe ruht auf einem Baldachin aus Stahl-rohrstreben und ist mit der unteren Flache durch N-förmige Torsionsstiele verbunden. Zur Verwendung gelangte das amerikanische Flachen-profil NACA M12, das sich durch geringe Druckpunktwanderung auszeichnet Die Flachenenden gehen von der Stielstelle an in symmetrische Profile Uber.
Werkstoff der Tragflächen; Holz mit Stoff bespannt. Der sehr geraumige Rumpf nimmt zwei Sitze auf. von denen der Fuhrersilz für die Mitnahme eines Fallschirmes besonders eingerichtet ist und besteht aus einem Stahlrohrgerüst mit Drahtauskreuzungen, im Bereich der Sitze mit Stahlrohr-Diagonalen. Der Führer-sitz liegt hinten, der Fluggast sitz vorn. Das Leitwerk besteht gleichfalls aus Stahlrohr und ist mit Stofl bespannt.
Bei der ersten Mustermaschine wurde ein englischer Armstrong-Siddeley-Lynx MK IV mit 200/227 PS und 7 Zylindern verwendet, der eine Zug-schraube   direkt   antreibt. Jedoch konnte genau so gut der Walter Castor verwendet werden.
Das   Fahrgestell   ist   mit geteilter Achse ausgeführt. Die Abfederung geschieht mittels endloser Gummiringe.
Für den Brennstoff sind vier Behälter vorgesehen von zusammen 210 Litern Inhalt, und zwar zwei Haupt- und ein Zusatz-Tank in den Flächen, ein Rückenflugtank im Rumpf. Der Schmierstoffbehälter nimmt 17 Liter auf, außerdem faßt das Kurbelgehäuse des Motors noch zwei Liter.
Das Flugzeug wird auf Bestellung hin kurzfristig gebaut und mit kompletler Rückenfluganlage: Rücken-flugvergaser. Tank, Brennstoff-Förderung durch Junkers 3-Kolben-Pumpe und automatischer Druckregulierung   geliefert.   Die maximale Geschwindigkeit beträgt etwa 20 km/h in zwei km Höhe bei voller Zuladung und Motorleistung. Das Flugzeug steigt in 2,23 Minuten auf 1000 Meter und erreicht eine Gipelhöhe von 7500 m bei voller Zuladung. Ob wohl die RK 26 speziell als hochwertiges  Kunstflugzeug konstruier wurde, hohe Geschwindigkeit und Steigfähigkeit erreicht, läßt sie sich sehr leicht fliegen.  Die Landegeschwindigkeit beträgt nur 80 km/h."
Vergleich Jungmeister - RK 26
Im Vergleich zu dem sechs Jahre später gebauten Jungmeister liegt die RK 26 sehr günstig. Es fragt sich, ob es je einen Jungmeister gegeben hätte, wenn Raab-Katzenstein 1935 noch Flugzeuge gebaut hätte. Der Jungmeister ist zwar wesentlich leichter, was für hervorragende Arbeit von Bücker spricht, aber er war Auch einsitzig, während die RK 26 zweisitzig war. Im Vergleich zum Jungmeister fallen besonders ins Gewicht dessen geringere Triebwerksleistung, und seine um 40 Prozent kleinere Tragflächen. Trotz geringeren Gewichtes liegt die Flächenbelastung des Jungmeisters aber weit über derjenigen der RK 26. Niedrige Flächenbelastung   begünstigt den konventionellen Kunstflug.
Ein Vergleichsfliegen beider Typen wäre in der Tat interessant gewesen.
Bleibt zu bedenken, daß der Jungmeister der RK 26 - was gerissene Figuren angeht - wegen der hohen Flächenbelastung allerdings überlegen gewesen wäre. Die RK 26 wurde 1928 für RM 37 000 angeboten.